Der Botanik-Professor Avinoam Danin aus Israel hat dort 1979 sechs verschiedene Arten aus dem
Portulaca oleracea-Aggregat nach ihren Samen unterschieden und beschrieben.
Sie besitzen verschiedene Oberflächenstrukturen, sodass Arten nach diesen Oberfächenstrukturen unterschieden werden können.
Fünf, zum Teil andere, Arten wurden auch in Deutschland gefunden.
Bei Portulaca trituberculata besteht die Oberflächenstruktur aus kleinen flachen Sternen mit relativ langen und spitzen Armen,
die nahtlos ineinander greifen. Auf dem flächigen Mittelteil dieser Sterne sitzen zwei bis drei kräftige Tuberkel.
Da die Höhe der Tuberkel die Schärfentiefe optischer Mikroskope weit übersteigt, ist das Mikroskopieren dieser Oberflächenstruktur schwierig, siehe Fig. 11.
F. W. Bomble aus Aachen hat 2013 in seinem Aufsatz Funde von Portulaca granulatostellulata, P. nitida und P. papillatostellulata in Nordrhein-Westfalen dargestellt,
dabei aber übersehen, dass zwei dieser Arten von Danin als tetraploid gemeldet wurden, in Mitteleuropa zumindest bis 2023 aber noch keine tetraploiden Portulaca gefunden wurden,
sondern nur annähernd hexaploide, sodass von den von Bomble identifizierten Arten P. granulatostellulata und P. nitida in Deutschland nicht vorhanden sein sollten.
Darüber hinaus wurde Danins Originalmaterial nachträglich ebenfalls als annähernd hexaploid diagnostiziert, sodass heute ernste Zweifel bestehen, ob diese zwei Arten überhaupt existieren.
Der ab 2023 maßgebliche Artikel zu den in Deutschland vorkommenden Portulaca ist
Morphologisch unterscheidbare Sippen von Portulaca oleracea s.l. - bestimmt anhand von Lackabdrücken der Samen
von Hans Reichert aus Saarbrücken. Abdrücke der Samen in Nagellack und deren mikroskopische Betrachtung im Durchlicht müssen nicht unbedingt sein,
die Identifikation der Arten kann auch durch Auflicht-Mikroskopie der Samen gelingen, (wobei mein Gerät aber zur alleruntersten Kategorie gehört, und eher ein Spielzeug ist).
Noch etwas aktueller ist das Portulaca-Kapitel in 'Flora Germanica, Band 3 Kritische Gattungen' Seiten 754-752 (2024).
Auch die Internetseite Flora Germanica zeigt das aktuelle Arteninventar.
Der Durchmesser der Samen der in Deutschland vorkommenden Wildarten variiert zwischen etwa 0,6 und 1 mm, und ist nicht zur Artbestimmung geeignet.
Die zwei anderen Arten, die ich bereits gesehen habe, sind der häufige Portulaca papillatostellulata
and der seltene Portulaca oleracea s.str. (Synonym: P. stellata).
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